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Lidia Greci

(*1929)
Kämpfe im Stadtrat

„Was die asili [Kindertagesstätten] und deren Finanzierung angeht,

habe ich vergessen, etwas zu sagen: [19]56/57, ich fange als Sozialstadträtin an, da finde ich eine Liste in meiner Abteilung mit dem Titel ‚Liste der Armen‘. Da gibt es eine ‚Liste der Armen‘ und da gibt es die Zuschüsse für die asili der Pfarrgemeinden, eine bestimmte Summe, die den asili der Pfarrgemeinden gegeben wird. Ich kann nicht verstehen, warum man den asili der Pfarrgemeinden einen Zuschuss gibt und den asili [dell’infanzia] der UDI [Vereinigung Italienischer Frauen] nicht,

also beginne ich ein wenig den Kampf um diese Dinge aufzunehmen, weil es Tradition war, den asili der Pfarrgemeinden etwas zu geben, und dies an die ‚Liste der Armen‘ gekoppelt wurde. An diesem Punkt gab es große Kämpfe im Stadtrat, die Änderung ist nicht etwa schnell durchgegangen, aber letztendlich ging die Änderung durch, dass wir nicht mehr den asili der Pfarrgemeinden den Zuschuss zahlten, sondern den Kindern den Zuschuss gaben, der der asilo-Gebühr entsprach, den armen Familien, die es nötig hatten, die das Kind in die Schule [der Kindheit] schickten; somit konnten wir den Zuschuss auch auf einige asili [dell’infanzia] der UDI ausweiten, denn es gab nicht nur arme Familien, die ihre Kinder zum Pfarrer schickten, sondern auch welche, die die Kinder in andere Schulen [der Kindheit] schickten. Wir haben also die ‚Liste der Armen‘ korrigiert und statt eines Pauschalzuschusses an das asilo der Kirche von Sant'Antonio usw. gaben wir ihn der Familie, die ihr Kind in diese Einrichtung schickte. So flossen einige Gelder auch darüber“

 

(Greci zitiert nach Lingenauber 2018, 18 ff.).

 

 

 

Eletta Bertani (*1941)

 

Lehrmeisterinnen

 

„Ich hatte viele Frauen um mich herum, die man nur bewundern konnte, denn ich bildete mich mit Velia Vallini, die eine der Führungspersonen der ‚Verteidigungsgruppen der Frauen‘ [Gruppi di Difesa della Donna, GDD] war; mit Carmen Zanti, die Partisanin gewesen ist und deren Vater als Partisanenanführer getötet wurde. Später wurde sie auch Parlamentsabgeordnete und war eine der am meisten geachteten, geschätzten Führungspersonen der Partei. [Velia] Vallini und Carmen Zanti also; dann waren da Loretta [Giaroni], Lidia Greci, mit der ich in der UDI [Vereinigung Italienischer Frauen] gearbeitet habe, als ich zur UDI ging. Auch sie war Partisanenstafette. Dann habe ich Giacomina [Castagnetti] kennengelernt; Martina [Marta Lusuardi] selbst, denn auch sie hatte eine Funktion in der Resistenza. Kurzum, es war ein Umfeld von Frauen, die wir außerordentlich bewunderten. Sie waren richtiggehend unsere Lehrmeisterinnen und ganz sicher unsere Bezugspunkte“

 

(Eletta Bertani, Interview, Reggio Emilia, 09.12.2015, 262–272).

 

 

Interviews